Das wusstet IHR nicht über die EPT

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In wenigen Tagen ist es endlich soweit, die European Poker Tour kehrt zurück. Erstmals wird die EPT Online bei PokerStars ausgespielt und auf dem Programm stehen 20 Events, die den Spielplan der populärsten Poker Tour der Welt widerspiegeln und dementsprechend mit hohen Buy-ins ausgestattet sind. Zusätzlich bietet das Festival aber auch 20 „Mini" Events für Spieler mit kleinerem Budget.

Der letzten Stopp der European Poker Tour liegt zwar erst einen Monat zurück, aber ein Blick auf die Payouts verrät, dass in Sotschi fast ausschließlich russische Spieler am Start waren, die dann auch 85 von 95 bezahlten Plätzen belegten.

Es fühlt daher eher so an, als ob das letzte EPT Festival schon eine Ewigkeit zurückliegt, und entsprechend groß ist die Vorfreude auf die EPT Online - zumal wir diesmal nicht einmal unser Wohnzimmer verlassen müssen.

„Online" wird damit der 25. Veranstaltungsort der EPT, nachdem in den vergangenen 16 Jahren die Orte Barcelona, London, Dublin, Kopenhagen, Deauville, Monte Carlo, Warschau, Prag, Nassau, San Remo, Budapest, Kiev, Vilamoura, Tallinn, Madrid, Loutraki, Campione, Portomaso, Sotschi, Baden, Wien, Saalbach-Hinterglemm, Dortmund und Berlin angesteuert wurden.

In diesen 16 Jahren ist natürlich jede Menge passiert und mein Kollege Howard Swains von PokerStarsblog.com hat zahlreiche interessante Fakten zusammengetragen, die wir um ein paar weitere interessante Daten rund um die die deutschsprachigen Spieler ergänzt haben.

DIE FAKTEN

Es gab bisher 126 EPT Festivals und daher auch 126 EPT Main Events.

Gewonnen wurden die Main Events von 124 verschiedenen Spielern.

Der erste EPT Main Event wurde am 17. und 18. September 2004 in Barcelona gespielt. Der bisher letzte vom 6. bis 11. Oktober in Sotschi.

Den ersten EPT Main Event in Barcelona hat der Schwede Alexander Stevic gewonnen, die Prämie betrug €80.000. Den bisher letzten in Sotschi gewann der Russe Ruslan Bogdanov, die Prämie betrug umgerechnet ca. €174.000.

Alle EPT Main Events zusammengefasst ergibt sich die Anzahl von 87.803 Entries.

pieter_de_korver.jpgDie meisten Entries gab es 2019 beim Main Event der EPT Barcelona: 1.988 (inklusive 499 Re-Entries).

Die meisten Teilnehmer gab es 2016 beim Main Event der EPT Barcelona: 1.785.

Die höchste Siegprämie bei einem EPT Main Event betrug €2,3 Million und ging an den Niederländer Pieter de Korver Foto) als Champion der EPT Monte Carlo in Season 5.

Der höchste Preispool bei einem EPT Main Event wurde außerhalb Europas beim PCA der Season 7 erzielt, damals ging es um $15.132.000.

EPT MEILENSTEINE

gavin_griffin.jpgDer erste Preispool über €1 Million
€2.110.000 - EPT Grand Final, Monte Carlo, Season 1 (2005)

Die erste Siegprämie über €1 Million
€1.825.010 - EPT Grand Final, Monte Carlo, Season 3 (2007)
Gavin Griffin, USA (Foto)

Der erste Preispool über €5 Millionen
€6.636.400 - EPT Grand Final, Monte Carlo, Season 3 (2007)

Der erste Preispool über €10 Millionen
$12.674.000 - PCA Season 5 (2009)

Das erste Teilnehmerfeld über 1.000 Entries
1.136 - PCA Season 4 (2008)

GEOGRAPHIE

Die EPT war bis heute in 24 Orten in 20 verschiedenen Ländern zu Gast.

festsaal_ept10vienna_d4w.jpgEinzig in Österreich wurde die EPT an drei verschiedenen Orten gespielt: Wien (Foto Hofburg), Baden und Saalbach-Hinterglemm.

In Deutschland (Dortmund und Berlin), Italien, (San Remo und Campione) und Spanien (Barcelona und Madrid) wurde bisher an zwei verschiedenen Orten gespielt. In Season 7 wurde zweimal in Österreich und Spanien, in Season 8 je zweimal in Italien und Spanien gespielt.

Vier Orte waren nur einmal Austragungsort der EPT:
In Season 5 ging es einmalig nach Budapest in Ungarn.
In Season 6 ging es einmalig nach Kiew in der Ukraine.
In Season 9 ging es einmalig nach Loutraki in Griechenland und Campione in Italien.

Heimvorteil: Die EPT London wurde viermal durch britische Spieler/Spielerinnen gewonnen.

Heimnachteil: Weder die EPT Barcelona, noch die EPT Madrid konnte durch spanische Spieler/Spielerinnen gewonnen werden. Gleiches gilt für Österreich bei den Stopps in Wien, Baden und Saalbach-Hinterglemm, Italien bei den Stopps in San Remo und Campione sowie Polen beim Stopp in Warschau.

Am dichtesten zusammen liegen die EPT-Stopps in San Remo und Monte Carlo, die Entfernung beträgt 30 Kilometer.

Die größte Distanz liegt zwischen den Stopps Kiew und Nassau (Bahamas), die Entfernung beträgt 9.050 Kilometer.

PERSÖNLICHE TRIUMPHE

Es gibt nur zwei Spieler/Spielerinnen, die zwei EPT Main Events gewonnen haben:
Viktoria Coren Mitchell (Großbritannien): EPT London Season 3 und EPT San Remo Season 10
Mikalai Pobal (Weißrussland): EPT Barcelona Season 9 und EPT Prag 2019

Coren Mitchell gewann ihren zweiten EPT Titel 2.766 Tage nach dem ersten.
Pobal gewann seinen zweiten EPT Titel 2.671 Tage nach dem ersten.

mike_mcdonald_final.jpgZehn Spieler haben einen ersten und einen zweiten Platz erreicht:

Ram Vaswani (GB)
Brandon Schaefer (USA)
Mark Teltscher (GB)
Bertrand ElkY Grospellier (Frankreich)
Mike McDonald (Kanada)
Kevin MacPhee (USA)
Michael Tureniec (Schweden)
Steve O'Dwyer (Irland)
Dimitar Danchev (Bulgarien)

Mit Mike McDonald (Foto) hat ein Spieler hat sogar alle drei Podestplätze belegt:
1. Platz: EPT Dortmund, Season 4
2. Platz: PCA, Season 10
3. Platz: EPT Deauville, Season 6

WEITERE UNGEWÖHNLCHE FAKTEN

In Season 8 gewannen drei Spieler aus Dänemark back-to-back EPT Main Events. Mickey Petersen, Frederik Jensen und Jannick Wrang waren in Kopenhagen, Madrid und Campione erfolgreich. Es ist das erste und einzige Mal, dass drei Spieler aus einem Land hintereinander gewonnen haben.

Beim zweiten Sieg von Coren Mitchell und beim zweiten Sieg von Pobal wurde die letzte Hand vom selben Dealer ausgeteilt.

DIE DEUTSCHSPRACHIGEN MOMENTE

Zum Abschluss beschäftigen wir uns mit einigen herausragenden Momenten der Spieler und Spielerinnen aus dem deutschsprachigen Raum.

_MG_0887_Neil Stoddart.jpgAls erster Deutscher trug sich Thang Duc Nguyen 2006 bei der EPT3 Baden in die Liste der Main Event Champions ein.

Die ersten vier deutschen Main Event Champions kommen allesamt aus Hamburg: Thang Duc Nguyen (EPT3 Baden), Michael Schulze (EPT4 Warschau), Sebastian Ruthenberg (EPT5 Barcelona/Foto), Moritz Kranich (EPT5 Deauville). Seit dem Sieg von Kranich (2009) gab es nie wieder einen Champion aus Hamburg.

Insgesamt haben bis heute 13 Pokerspieler aus Deutschland und ein Schweizer einen EPT Main Event gewonnen. Für die Schweiz war Ronny Kaiser 2011 bei der EPT8 Tallinn erfolgreich, die übrigens im Swissôtel stattfand.

Ruthenberg hat als einziger deutscher Champion für seinen Sieg über €1 Million Prämie kassiert.

Die deutschen Champions:

JahrEventSieger Preisgeld
2006EPT3 BadenThang Duc NguyenHamburg487.397 €
2008EPT4 WarschauMichael SchulzeHamburg926.220 $
2008EPT5 BarcelonaSebastian RuthenbergHamburg1.361.000 €
2009EPT5 DeauvilleMoritz KranichHamburg851.400 €
2009EPT5 DortmundSandra NaujoksBerlin917.000 €
2010EPT7 WienMichael EilerMünchen700.000 €
2011EPT8 BarcelonaMartin SchleichMünchen850.000 €
2011EPT8 LondonBenny SpindlerDarmstadt750.000 £
2011EPT8 PragMartin FingerChemnitz720.000 €
2013EPT9 BerlinDaniel PidunLippstadt880.000 €
2013EPT10 PragJulian TrackGiessen725.700 €
2014EPT100 BarcelonaAndre LettauWien794.058 €
2014EPT11 LondonSebastian PauliDortmund499.700 £
2015EPT12 PragHossein EnsanGreven754.510 €
2018EPT Prag Paul MichaelisBerlin847.000 €
2019EPT Monte CarloManig LöserBad Homburg603.777 €

Vier deutsche Pokerspieler haben den Main Event der EPT Prag gewonnen: Martin Finger (Season 8), Julian Track (Season 10), Hossein Ensan (Season 12), Paul Michaelis (2018).

Zweimal gab es deutsche back-to-back Siege bei den Main Events in Barcelona und London. In Season 8 gewann Martin Schleich die EPT Barcelona, Benny Spindler die EPT London. In Season 11 gewann Andre Lettau die EPT100 Barcelona, wenige Wochen später Sebastian Pauli die EPT London.

Sandra Naujoks trug sich als erste und einzige deutsche Pokerspielerin 2009 in die Siegerliste ein, als sie die Heim-EPT in Dortmund (Season 5) gewann.

Spindler, Ruthenberg und Ensan haben als einzige deutsche Pokerspieler einen EPT-Sieg und einen dritten Platz vorzuweisen:

Benny Spindler:
1. Platz: EPT London, Season 8
3. Platz: PCA, Season 5

Sebastian Ruthenberg:
1. Platz: EPT Barcelona, Season 5
3. Platz: EPT Dortmund, Season 3

Hossein Ensan:
1. Platz: EPT Prag, Season 12
3. Platz: EPT100 Barcelona, Season 11

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Hossein Ensan

Julian Track hat beim Main Event der EPT10 Prag nach eigener Aussage sein allererstes Live-Turnier gespielt und direkt den Titel gewonnen.

Wenn wir über deutsche Pokerspieler sprechen, die EPT-Geschichte geschrieben haben, dann dürfen wir die mittlerweile verstorbenen Maximilian Heinzelmann und Johannes Strassmann auf gar keinen Fall vergessen.

Heinzelmann erreichte 2011 back-to-back die Finaltische der EPT Berlin und EPT Sanremo, beendete beide Main Events auf Platz zwei. Für diese Leistung wurde Heinzelmann mit dem EPT Achievement of the Year und EPT Players' Choice Award ausgezeichnet.

Strassmann erreichte von Dezember 2007 bis März 2010 insgesamt fünf Finaltische bei EPT Main Events (Prag, Dortmund, San Remo, London, Saalbach-Hinterglemm). Sein bestes Ergebnis erzielte er mit Platz drei in Saalbach-Hinterglemm.


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